Am 09. Juli 2026 fand im neu renovierten Martin-Luther-Haus wieder eine Gemeindeversammlung der Pfarrei Schweinfurt-Stadt statt.
Gemeindeversammlungen sind ein Weg, das Gemeindeleben durch die gesamte Kirchengemeinde mit gestalten zu können. Sie dienen u.a. auch dazu, den Kontakt zwischen der Leitung und den Gemeindegliedern zu fördern, die Gemeinschaft zu stärken. Sie dient auch der Beratung wichtiger Gemeindeangelegenheiten.
Nachdem in unserer Kirche grundlegende Veränderungen anstehen, war es ein Anliegen des Kirchenvorstandes, nach der letzten Gemeindeversammlung im April 2026 erneut zu einer einzuladen. Der KV hat sich zum Ziel gesetzt, zuzuhören, zeitnah zu informieren und Anregungen aus der Gemeinde in seine Entscheidungen einfließen zu lassen. Veränderungen sollen – vor dem Hintergrund der realen Situation – gemeinsam gestaltet werden.
Die Gemeindeversammlung, geleitet von Dr. Wolfgang Weich – zu der ca. 30 Gemeindeglieder anwesend waren – hatte vier Themenblöcke zum Inhalt, die zum einen vorgestellt, aber auch zu einer Diskussion angeregt wurde:
• Entwicklungen in der Landeskirche
Die Situation ist bereits seit längerer Zeit geprägt auf der einen Seite durch intensive Herausforderungen in Form von einem Rückgang der Gemeindeglieder und damit auch dem Rückgang finanzieller Mittel (z.B. Kirchensteuer), der geringer werdenden Zahl der Haupt- und Ehrenamtlichen, der veränderten demografischen Struktur und der Abnahme von Gottesdienstbesuchern. Konfrontiert mit einem hohen Gebäudebestand, verbunden mit einem Instandhaltungsstau beim Immobilienbestand. Dies bedingt auf der anderen Seite eine intensive Beschäftigung mit den Immobilien (Erstellung von Immobilienkonzepten) und strukturellen Veränderungen in der Landeskirche. Dort werden größere Einheiten (nur noch zwei Kirchenkreise in Bayern, drei Dekanatsbezirken in Unterfranken, Regionalgemeinden) gebildet werden.
• Die Situation bei uns
Die Pfarrei Schweinfurt-Stadt wird eine dieser Regionalgemeinden sein. Seit 2023 haben wir eine gemeinsame Pfarrei, seit Dez. 2024 einen gemeinsamen Kirchenvorstand – wir handeln gemeinsam. Auch in unserer Pfarrei geht die Zahl der Gemeindeglieder zurück und damit die finanziellen Spielräume. Dies hat zur Folge, dass wir die vorhandene Zahl an Immobilien verringern und/oder anderen Nutzungen zuführen müssen.
• Das Immobilienkonzept für unsere Pfarrei
Der Kirchenvorstand hat sich mehreren Sitzungen und einer Klausur intensiv mit der Gesamtsituation befasst, Zielgruppen gehört und beratend eingeladen. Die Entscheidungsfindung erfolgt anhand übergeordneter Kriterien, wie Verteilung der Gebäude auf dem Gemeindegebiet, verkehrstechnische Erreichbarkeit und Sichtbarkeit, baulicher Zustand und Sanierungsmöglichkeiten (fit für Klimaneutralität), gibt es besondere Chancen und Risiken. Kirchengemeindegrenzen spielen keine Rolle.
Der im Kirchenvorstand erarbeitete Vorschlag zur Einordnung der einzelnen Gebäude wurde der Gemeindeversammlung vorgestellt, intensiv durch die TeilnehmerInnen diskutiert und Ideen eingebracht. Grundsätzlich gab keine Einwände zum eingebrachten Vorschlag des Kirchenvorstandes.
• Präventionskonzept
Die Pfarrei hat ein Schutzkonzept ‚Prävention gegen sexualisierte Gewalt‘ erarbeitet. Dieses steht vor der kirchenaufsichtlichen Genehmigung. Integraler Bestandteil dieses Schutzkonzeptes ist ein verbindlicher Verhaltenskodex. Das Schutzkonzept wird auf der Homepage veröffentlicht werden.
Der Kirchenvorstand hat sich zur Aufgabe gemacht, in dieser Zeit der Veränderungen in unserer Kirche zeitnah die Gemeindeglieder einzubinden, zuzuhören und die Möglichkeit zu geben, sich gestaltend einzubringen.
