Ein ungewöhnlicher und imposanter Bau prägt nun bereits seit einem halben Jahrhundert den damals neuen Stadtteil am Hochfeld. Eine Zeit des Aufbruchs und der Experimentierfreudigkeit schlug sich auch in der Gestaltung nieder: Auf einem großen Block versammeln sich die Gemeinderäume um das riesige Zeltdach, in dessen Spitze der Gottesdienstraum untergebracht ist. Die Glocken dagegen, sonst immer ganz oben, befinden sich unter dem gesamten Komplex und schallen durch ein Gitter in den Ort.
Die Kirche wurde vom Architekten Gerhard Weber geschaffen, als einziger Kirchenbau des bekannten Nachkriegsarchitekten der Bundesrepublik. Die Kirche wurde zwischen 1966 und 1969 errichtet und nach St. Lukas genannt.
Die Lukaskirche wurde auf einem hohen Sockel aus Beton errichtet. Die Kirche selbst präsentiert sich in Zeltform. Umgeben ist die Anlage von weiteren Baulichkeiten, wie dem Gemeindezentrum. Im Erdgeschoss des Gotteshauses befindet sich ein Gemeinderaum, darüber richtete man den Gottesdienstraum im Obergeschoss ein. Als einzige Kirche in der Stadt verzichtete man bei der Lukaskirche auf einen Glockenturm. Die Glocken sind dagegen in einer Glockenkammer an der Segnitzstraße aufgehängt.
Der Innenraum unterstützt den zugrundeliegenden Zeltgedanken. Die südliche Giebelwand wurde als 130 m² große Fensterseite gestaltet, durch die hinter dem Altar Licht ins Kircheninnere dringt. Die vorherrschenden Werkstoffe Glas, Beton und Aluminium verweisen auf den Industriestandort Schweinfurt. Im Inneren überwiegen dagegen helle Farben, insbesondere das Altarpodest an einer der Giebelseiten wurde in Weißtönen gehalten.[2]
Auf dem Kirchplatz steht das weithin sichtbare Kreuz.
Und darunter läuten die Glocken.
Die Zeltform der Kirche entspricht einem kirchenbaulichen Gedanken, der seinen Ursprung unter anderem in den Flüchtlingsströmen der Nachkriegszeit Europas hat und an mehreren Orten, z. B. Eismeerkathedrale in Tromsø (Norwegen) oder der Kirche in Haparanda (Haparanda Kyrka, Schweden), aufkommt. Er macht baulich deutlich, dass Christinnen und Christen keine bleibende Stadt auf Erden haben (Hebr 13,14).
